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Druckgrafik

Die unter dem Aspekt der Gebrauchsgrafik entstandenen Arbeiten werden in der Rubrik Typographie besprochen.

abstrakte figürliche Farbkomposition, reliefartig Magie Rupestre, 1953, Lithographie

Im Verhältnis zu seinen Gemälden und Zeichnungen nimmt Willi Baumeisters druckgrafisches Oeuvre in seinem Gesamtwerk nur einen bescheidenen Raum ein. Gleichwohl ist die künstlerische Bedeutung der rund 150 Lithographien, etwa 70 Serigraphien, 9 Radierungen sowie einiger weniger Holz- und Linolschnitte unbestritten. Viele Themen und Phasen seiner künstlerischen Entwicklung finden sich auf diesen Blättern wieder, worauf auch das große Interesse unter Sammlern begründet ist.

Vollwertig und eigenständig

abstrakte figürliche Farbkomposition, die entfernt an eine Art Ungeheuer denken lässt Faust-Thema, 1952, Serigraphie

Manche Erfindung brachte Baumeister in seinen druckgrafischen Arbeiten zu ebenso großer Vollendung wie in den Gemälden. Wie bei den Zeichnungen gilt daher auch in diesen Fällen, dass die lithographierten, radierten oder im Siebdruckverfahren hergestellten Originalgrafiken von Willi Baumeister als vollwertige und eigenständige Kunstwerke angesehen wurden.

Der besondere Charakter der Druckgrafik kommt vor allem dort zum Ausdruck, wo er die Themen- und Formenwelt der Gemälde in den Serigraphien und Lithographien variierte und paraphrasierte und dabei zu selbstständigen Ergebnissen kam.

Kunst für alle

abstrakte figürliche Zeichnung aus Linien und Schraffuren Ritzfiguren, 1943, Kaltnadel- Radierung

Abgesehen vom künstlerischen Anspruch verfolgte Willi Baumeister mit den Auflagen auch das Ziel, seine Kunst einem breiteren Kreis von Interessierten, denen nur geringere Mittel zur Verfügung standen, zugänglich zu machen. Hier befand er sich in einer 500 Jahre alten Tradition, die ihren hohen Stellenwert bis heute bewahrt hat.

Ein vollständiger Überblick aller originalgrafischen Arbeiten ist im Werkkatalog der Druckgraphik von Spielmann und Baumeister (2005) zu finden.

Nicht alle Arbeiten wurden jedoch in einer kompletten Auflage zwischen 50 und 100 Exemplaren editiert. Manche existieren nur als Probedrucke, von anderen gibt es nur wenige Abzüge.

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